Zwei der meistgefragten Bodensysteme bei POLYCORE GmbH sind Epoxidharz (EP) und PMMA (Polymethylmethacrylat). Beide sind fugenlos, belastbar und langlebig – doch sie unterscheiden sich in entscheidenden Punkten. Dieser Beitrag hilft Ihnen, die richtige Wahl für Ihr Projekt zu treffen.

Der grösste Unterschied: Aushärtezeit

Der wichtigste praktische Unterschied zwischen EP und PMMA liegt in der Aushärtezeit. PMMA härtet in 1–2 Stunden vollständig aus und ist danach sofort begehbar und belastbar. Epoxidharz hingegen benötigt je nach Temperatur und Systemaufbau 12–24 Stunden bis zur Begehbarkeit und 5–7 Tage bis zur vollen mechanischen Belastbarkeit.

Für Betriebe mit minimalem Toleranzfenster für Betriebsunterbrechungen – Spitäler, Grossküchen, Lebensmittelproduktion, Logistikzentren – ist PMMA deshalb oft die bessere Wahl, auch wenn das Material in der Anschaffung etwas teurer ist.

Aus der Praxis: Bei einem Tiefkühllogistiklager in Biel haben wir die gesamte Bodenfläche in zwei Nachtschichten mit PMMA beschichtet. Am nächsten Morgen war der Betrieb wieder voll arbeitsfähig – das wäre mit EP nicht möglich gewesen.

Verarbeitung bei Kälte

PMMA kann auch bei Temperaturen bis –30 °C verarbeitet werden. Das ist ein wesentlicher Vorteil bei Winterbaustellen, Kühlräumen im laufenden Betrieb oder unbeheizten Industriehallen. Die Aushärtungszeit verlängert sich bei tiefen Temperaturen etwas, bleibt aber weit unter derjenigen von Epoxidharz.

Epoxidharz reagiert erheblich empfindlicher auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Bei unter 10 °C wird die Verarbeitung schwierig, bei unter 5 °C ist sie in der Regel nicht mehr möglich. Ausserdem besteht bei hoher Luftfeuchtigkeit das Risiko von Blushing (Weissschleier) an der Oberfläche.

Chemische Beständigkeit

Beide Systeme bieten eine hohe chemische Beständigkeit gegenüber den meisten im Industriealltag vorkommenden Substanzen. In der direkten Gegenüberstellung hat Epoxidharz leichte Vorteile bei:

  • Konzentrierten organischen Lösungsmitteln (Aceton, MEK)
  • Starken Säuren und Laugen in hoher Konzentration
  • Langzeitchemikalienbelastung in der chemischen Industrie

PMMA punktet hingegen bei alltäglichen Betriebsmitteln wie Ölen, Fetten, Reinigungsmitteln und milden Säuren. Für die meisten gewerblichen und industriellen Anwendungen ist die Chemikalienbeständigkeit beider Systeme absolut ausreichend.

UV-Stabilität & Aussenanwendungen

Ein entscheidender Vorteil von PMMA: Es vergilbt nicht und bleibt auch unter dauerhafter UV-Bestrahlung farb- und formstabil. Das macht PMMA zur ersten Wahl für:

  • Parkhausdächer und offene Parketagen
  • Terrassen und Balkone
  • Einfahrten und Aussenrampen
  • Beschichtungen mit direkter Bewitterung

Epoxidharz neigt bei UV-Einwirkung zum Vergilben und Kreideablegen. Für Aussenanwendungen wird deshalb in der Regel entweder PMMA oder ein spezieller Polyurethanlack als Deckschicht empfohlen.

Kosten im Vergleich

PMMA-Systeme sind in der Materialanschaffung je nach Systemaufbau rund 15–25% teurer als vergleichbare EP-Systeme. Dafür entfallen in vielen Fällen die Kosten für Betriebsunterbrechungen – ein Faktor, der je nach Betrieb erheblich sein kann.

Für eine Produktionshalle mit 24/7-Betrieb kann die eingesparte Produktionsausfallzeit die Mehrkosten von PMMA locker kompensieren. Bei weniger zeitkritischen Projekten – z. B. Neubauten oder Renovierungen mit geplantem Stillstand – ist EP die wirtschaftlichere Wahl.

Vergleichstabelle auf einen Blick

Kriterium Epoxidharz (EP) PMMA
Begehbarkeit12–24 Stunden1–2 Stunden
Volle Belastbarkeit5–7 Tage2–4 Stunden
Verarbeitung bei KälteAb +10 °CBis –30 °C
UV-StabilitätGering (vergilbt)Hoch (stabil)
ChemikalienresistenzSehr hochHoch
AussenanwendungBedingt geeignetSehr gut geeignet
MaterialkostenGünstiger+15–25%
Geruch bei VerarbeitungGeringDeutlich (Methacrylat)

Wann EP, wann PMMA?

Epoxidharz empfehlen wir, wenn:

  • Die Betriebsunterbrechung planbar und tolerierbar ist
  • Die Fläche hauptsächlich im Innenbereich liegt
  • Maximale Chemikalienresistenz gefragt ist
  • Das Budget ein bestimmendes Kriterium ist

PMMA empfehlen wir, wenn:

  • Schnelle Begehbarkeit zwingend notwendig ist
  • Die Verarbeitung bei tiefen Temperaturen erfolgen muss
  • Die Fläche UV-Belastung ausgesetzt ist (Aussen, Terrasse, Parkhaus)
  • Kühlräume im laufenden Betrieb saniert werden

Kombinationen sind möglich

In manchen Projekten setzen wir beide Systeme ein: EP für die grosse Hallenfläche im Innenbereich, PMMA für die Aussenrampen, Übergangsbereiche oder den Dachbereich. Die Systeme sind grundsätzlich kombinierbar – entscheidend ist die korrekte Fugenplanung an den Übergangsbereichen.

POLYCORE GmbH plant solche kombinierten Projekte regelmässig und hat umfangreiche Erfahrung mit den Übergangslösungen.


Haben Sie Fragen zu Ihrem Projekt? Wir beraten Sie kostenlos und empfehlen das optimale System für Ihre spezifischen Anforderungen.

POLYCORE GmbH – Redaktion

Ihr Spezialist für Bodenbeschichtungen und Bautenschutz in Bern. Ihr lokaler Spezialist für saubere Ausführung.